Wort zur Zeit

Wir leben gerade in sehr schwierigen Zeiten. Und

nicht nur das Corona-Virus beherrscht unser Denken,

unser Reden und unser Handeln in diesen

Tagen, sondern – vor allem die Angst: Die Angst

vor Ansteckung, die Angst vor den wirtschaftlichen

und finanziellen Folgen dieser Epidemie, und nicht

zuletzt die Angst vor dem Tod.

Das alles wühlt uns auf und keiner weiß, was in

den nächsten Tagen und Wochen auf uns zukommen

wird.

Wie können wir darauf reagieren? In Angst erstarren

wie das Kaninchen vor der Schlange? Oder sollen

wir einstimmen in den Chor derer, die nur noch

Panik verbreiten und hamstern, was geht?

Nein. Die Bibel gibt uns hier eine andere Idee an

die Hand. Sie sagt: „Gott hat uns nicht gegeben

den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der

Liebe und der Besonnenheit.“

Wir als Christen stellen der Angst dieser Welt ganz

bewusst die Kraft Gottes entgegen. Nicht unsere

eigene Kraft, auch das merken wir in diesen Tagen,

das funktioniert nicht mehr, sondern Gottes Kraft

brauchen wir.

Und seine Liebe; das heißt in dieser Zeit vor allem

Nächstenliebe. Wie und wo können wir ganz

konkret helfen? Denen, die es selber nicht mehr

können oder nicht mehr sollten.

Und lasst uns besonnen sein in diesen Tagen!

Gerade als Christen. Deshalb haben wir schweren

Herzens unsere Gottesdienste und auch allen anderen

Veranstaltungen abgesagt, um uns selbst und

andere nicht zu gefährden. Damit die Ausbreitung

dieses Virus zumindest verlangsamt wird und unser

Gesundheitssystem nicht hoffnungslos überlastet ist.

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,

sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Deshalb darf ich wissen: Mein Leben ist in Gottes Hand.

Das gibt mir Hoffnung. Das macht mir Mut.

Und das macht mich gelassen in diesen Tagen.

Diesen tiefen Frieden, den nur Gott schenken kann,

wünsche ich allen.

 

Eine behütete Zeit,

Ihr/euer

Pfarrer Andreas Haller

 

„Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

in diesen Tagen müssen leider die persönlichen Kontakte auf das Minimum eingeschränkt werden,

um eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Das betrifft auch das Leben in unserer Kirchengemeinden.

Ich bitte Sie – auch im Sinn der Nächstenliebe –, hier verantwortungsvoll zu handeln, um andere und sich selbst zu schützen,

soweit das möglich ist. Vermeiden Sie deshalb alle persönlichen Begegnungen, die nicht unbedingt erforderlich sind.

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg empfiehlt ihren Kirchengemeinden dringend, bis auf weiteres auf die

Treffen der Gruppen und Kreise, sämtliche Gottesdienste, Veranstaltungen und den Konfirmanden-Unterricht zu verzichten.

Mittlerweile sind entsprechende Versammlungen auch von unserer Regierung untersagt. Diesen Regelungen leistet selbstverständlich auch unsere Kirchengemeinden Folge.

Hausbesuche durch den Besuchsdienst werden zunächst keine mehr erfolgen. Auch als Gemeindepfarrer bin ich von der Kirchenleitung gehalten,

Besuche auf die allernotwendigsten zu begrenzen und diese nur noch auf besonderen Wunsch der jeweiligen Gemeindeglieder im Einzelfall durchzuführen.

Bitte nehmen Sie gegebenenfalls telefonisch Kontakt mit mir auf.

Auch wenn wir in den Kirchen bis auf weiteres leider keinen Gottesdienst feiern können: Zur gewohnten Zeit werden die Glocken läuten und sie laden zum "persönlichen Gottesdienst" zuhause ein.

Nehmen Sie sich Zeit für einen Bibeltext, zum Stillwerden vor Gott und zum Gebet. Unser Gesangbuch kann dabei eine gute Hilfe sein. Bleiben wir weiterhin als Gemeinde verbunden – nicht zuletzt durch die Fürbitte füreinander.

Noch eine Bitte in Sachen Nachbarschaftshilfe: Bitte halten Sie (am besten telefonisch) den Kontakt und bleiben Sie im Gespräch in Ihrem Umfeld. Bieten Sie Hilfe an bzw. äußern Sie selbst, wenn Sie Hilfe brauchen (z.B. dass jemand für Sie einkauft oder dringende Besorgungen in der Apotheke oder sonst für Sie übernimmt). Auch hier kann Nächstenliebe ganz praktisch werden.  

Selbstverständlich stehe ich weiterhin für Gespräche bereit. Rufen Sie mich gerne an (Tel. 07051/51032) oder mailen Sie (andreas.haller@elkw.de). Ich freue mich, wenn wir weiterhin im Kontakt bleiben!

Schenke uns Gott, dass wir auf ihn schauen und ihn über all den Sorgen und Ängsten nicht aus dem Blick verlieren.

 

Herzliche Grüße aus dem Pfarramt Oberkollbach-Würzbach-Igelsloch,

Ihr Pfarrer Andreas Halle

Bischofsandacht

 

 

„Suchet der Stadt Bestes und betet für sie!“ (Jeremia 29.7).

 

Dieser Satz des Propheten Jeremia geht mir in diesen Tagen durch den Kopf. Verantwortung vor Gott und den Menschen! Das markiert dieser Satz. Und das gilt in besonderer Weise in den Herausforderungen unserer Tage, die durch das Coronavirus hervorgerufen worden sind.

Wie durch ein Brennglas gesehen bündeln sich in dieser Situation menschliche Verhaltensweisen der positiven wie der negativen Art. Neben der Haltung „Jeder ist sich selbst der Nächste“ gibt es mutmachende Beispiele der Verantwortungsübernahme für andere.

Auch die Evangelische Landeskirche in Württemberg will in ihrem Verantwortungsbereich den Empfehlungen des Bundesministers für Gesundheit und des Robert-Koch-Instituts folgen. Auch dadurch sucht sie der Stadt Bestes und will dazu beitragen, dass insbesondere für die Älteren und Schwächeren und Menschen mit Vorerkrankungen auch weiterhin medizinische Ressourcen in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden können. Dies ist auch ein Akt der Sorge für den Nächsten. Das ist Eintreten für den Nächsten.

Es geht nicht um ängstliche Hysterie – Christinnen und Christen fühlen sich bei allen Herausforderungen und in schwierigen Situationen von Gottes Zusage getragen –, aber um ein Handeln in Nächstenliebe und ruhiger Verantwortlichkeit. Gut überlegte Maßnahmen, die tägliche Situationsanalyse, das Gebet für erkrankte und gesunde Menschen gehören zusammen. Deshalb gilt: Suchet der Stadt Bestes und betet für sie.

 

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July

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